Stress im Gehirn

Was macht der unkontrollierbare Stress im Gehirn?

Moderater und kontrollierbarer Stress regt die Datenverarbeitungsprozesse in unserem Gehirn an. Er sorgt  dafür, dass wir lernen und uns weiter entwickeln. In neurobiologischer Hinsicht bedeutet dies, dass es in  unserem Gehirn zu Neuverschaltungen kommt.

Das menschliche Gehirn verfügt über eine hohe Plastizität.  Es ist in der Lage, sich zu verändern und dort neue Verknüpfungen herzustellen, wo sie gebraucht werden. Bei nachhaltig heftigem und unkontrollierbarem Stress und bei schweren physischen und psychischen  Verletzungen hingegen verhält es sich anders: die Überflutung mit dem Stresshormon Adrenalin wirkt nicht  mehr anregend sondern hemmend.

Die bäumchenartigen Verästelungen der Nervenzellen, die „Dendriten“,  die für den Datentransport in den neuronalen Netzen unseres Gehirns verantwortlich sind, ziehen sich  „verschreckt“ zurück oder sterben gar ab. Die Fülle der eingehenden Informationen kann nicht mehr  verarbeitet werden.

Der Datenverarbeitungsprozess gerät ins Stocken. Und schließlich kommt es zum  „Datenrückstau“. Unverarbeitete Datenfragmente bleiben als „Datenmüll“ liegen und bewirken, dass sich  unser limbisches System nicht mehr beruhigen und das belastende Material nicht mehr los werden kann.  

Auch wenn der Stress längst vorüber ist, stehen wir noch immer wie „unter Strom“. Lange zurückliegende  Verletzungen finden keinen Platz in der Geschichte, sondern werden als gegenwärtig erlebt. Es fällt uns  schwer, uns von dem zu distanzieren, was uns emotional belastet. Eine wichtige Schaltzentrale ist die Amygdala, unser Alarmsystem der Emotionen!

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