Auswirkungen von stress

 

 

 

Welche Auswirkungen hat Stress?

Stress weist vor allem dann Gefahren auf, wenn sein Auftreten sich als dauerhaft bezeichnen lässt.

Wir betrachten zunächst, welche  Symptome zutage treten, wenn der Mensch unter Stress steht und im Folgenden, welche Auswirkungen oder Reaktionen diese Symptome im Dauerzustand haben können.

Kurzfristige Symptome

Wird der Körper mit einer Gefahrensituation konfrontiert, so mobilisiert er alle Kräfte um sich zu verteidigen oder zu flüchten. Da der Organismus auf körperliche Verteidigung eingestellt ist, werden die Muskeln mit Energie versorgt, um kräftiger, koordinierter und schneller reagieren zu können und das Gehirn, um passende Lösungsstrategien zu finden.

Zur Herstellung dieser Energie sind mehrere Dinge notwendig: Der Körper braucht mehr Sauerstoff zur Energieproduktion, dies löst eine tiefere Atmung aus. Fett- und Zuckerreserven aus Leber und Fettanlagerungen stellen Energielieferanten dar. Das Herz pumpt schneller, um das Blut (mit Sauerstoff und Energie) besser und rascher zu Muskeln und Gehirn zu transportieren.

Die vermehrte Energieherstellung produziert Wärme, welche über die Haut abgegeben werden muss, demgemäß lässt sich in Stresssituationen eine gesteigerte Schweißproduktion konstatieren. Die feuchte Haut erfüllt jedoch zusätzlich noch einen anderen Zweck: Wenn ein Angreifer versucht zuzupacken, gleitet er schnell wieder ab und man hat die Möglichkeit zu fliehen.

Während Gehirn und Muskeln übermäßig mit Sauerstoff und Energie versorgt werden, wird die Funktion anderer Organe wie z.B. die des Verdauungssystems verlangsamt. Die afferenten Arterien verengen sich, wodurch weniger Blut (Sauerstoff und Energie) zu den Organen transportiert wird.

Der Verdauungsakt beginnt üblicherweise im Mund, indem der Nahrung Flüssigkeit beigefügt wird. Da dieser Prozess unter Stress gemindert wird, kommt es zu einer Austrocknung des Mundraumes.

Um dem Angreifer vorbereitet entgegentreten zu können, erweitern sich die Pupillen, der Blick konzentriert sich auf das vor ihm Liegende.

Die Schmerzempfindlichkeit wird kurzfristig vermindert, die Hämostase (Blutgerinnungsfähigkeit) steigt, um im Falle einer Verletzung starkem Schmerz zu entgehen und nicht zu viel Blut zu verlieren.

Der Körper ist also darauf vorbereitet, den Stressor mit Muskelkraft zu bekämpfen. In heutigen Stressreaktionen wird die hergestellte Energie aber meist nicht verbraucht und der Körper in einem Zustand der Dauererregung gehalten.

Langfristige Beschwerden

Unter Stress werden differierende Körperareale und –systeme belastet, dies kann bei chronischem Auftreten zu Problemen in jenen führen.

Das Gehirn wird unter Stress so gesteuert, dass Information, die nicht zur Stressbewältigung genutzt werden können, eliminiert werden, um Platz für neue  Daten zu schaffen; langfristig minimiert sich ein elementarer Teil des Gehirns, der für Gedächtnisleistungen zuständig ist (Hippocampus).

Dadurch nehmen die Gedächtnisfunktionen und die kognitive Leistungsfähigkeit ab.

Dauerhaft erhöhte Puls- und Blutdruckwerte  sowie die Blutverteilung zugunsten von  Muskeln und Gehirn führen zu Hypertonie (dauerhafter Bluthochdruck).

Die vermehrten Erythrozyten (rote Blutkörperchen-->Sauerstofftransport) und Lipide (Fette) „verdicken“ das Blut, was zu Arteriosklerose („Arterienverkalkung“) und schlimmstenfalls zum Herz- oder Gehirninfarkt führt.

Da man bei Dauerstress unentwegt angespannt ist, bekommt man Muskelschmerzen, vor allem im Rücken- und Nackenbereich. Damit der Muskel überhaupt dazu fähig ist, dauerhaft angespannt zu sein, wird Energie aus gespeichertem Fett und Zucker hergestellt und die Tätigkeit anderer Organe vermindert, z.B. die des Verdauungssystems.

Die erhöhte Energiegewinnung steigert den Blutzucker- und den Cholesterinspiegel. Die verminderte Darmtätigkeit führt zu Verdauungsstörungen und Magen-Darm-Geschwüren, was bereits Selye 1936 bei seinen Versuchen mit Ratten entdeckte (s.o.) .

Auch die Produktion unserer freien Radikale gerät durch körperliche und seelische Stresssituationen aus den Fugen. Deren Bildung steigt erheblich an, es kommt zu „oxydativem Stress“. Im schlimmsten Fall erkrankt man an Krebs oder eine vorzeitige Alterung des Körpers wird eingeleitet.

Zudem wird während der Stressreaktion das Immunsystem kurzfristig stärker aktiviert, dann aber in einen bedenklichen „Ruhezustand“ gebracht.

Genauso verhält es sich auch mit der Schmerzempfindlichkeit: Kurzfristig wird der Körper auf eventuelle Verletzungen vorbereitet, langfristig steigt jedoch das Schmerzempfinden.

Die Schwächung des Immunsystems  zeigt mehrere Risikofaktoren auf. Die Infektionsanfälligkeit steigt und gleichzeitig hemmt das Cortisol Entzündungsreaktionen, welche  zur Genesung erforderlich sind (z.B. Fieber).

Dies hat zur Folge, dass man unter Dauerstress leichter krank werden kann, die Krankheit jedoch nicht richtig ausbricht und somit ungewöhnlich lange andauert.

Auch im Verhalten zeigt Dauerstress seine Wirkungen: „Gestresste“ Personen neigen zu gesundheitlichem Risikoverhalten.  Um Anspannung und Nervosität abzubauen, wird zu Zigaretten, Alkohol und Beruhigungsmitteln (Schlafmittel) gegriffen.

Wenn Stress mit Zeitdruck einhergeht, bleibt weder Zeit regelmäßig und ausgewogen zu essen noch Stress durch Sport oder Entspannung abzubauen.

 

 

 

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