Auswirkungen Sporttrauma

Maßgeblich für die Folgewirkungen des Traumas ist nicht die äußere (objektive) Intensität des erlebten Ereignisses, sondern die innere (subjektive) Wahrnehmung der eigenen, zwangsläufig verdrängten schweren Kränkung bzw. Verletzung. Je schwerer die belastende Situation bzw. das körperliche/seelische Ereignis/Verletzung war, desto mehr vergrößert sich die Wahrscheinlichkeit eine posttraumatische BelastungsStörung zu entwickeln..

Symptome eines Traumas sind unter anderem:

  1. stark kontrollierendes Verhalten, da ein Trauma als ein extremer Kontrollverlust erlebt wird,
  2. gedankliche Vorwegnahme des Schlimmsten, um nicht wieder überrascht zu werden,
  3. was von der Umwelt als eine nervige Art von Dauer-Pessimismus erlebt wird,
  4. unverhältnismäßig heftige Reaktionen auf äußere oder innere Einflüsse (durch sog. Trigger ausgelöst): beispielsweise Panikattacken, Angsterkrankungen, Zwangserkrankungen, Selbstverletzendes Verhalten und Abhängigkeitssyndrom können ein Merkmal einer durch ein Trauma verursachten psychischen Störung sein, ebenso wiederkehrende Albträume und dissoziative Zustände.

Nach einem Trauma kann es zum sogenannten „Sprachlosen Entsetzen und zur körperlichen Blockade kommen, das heißt, in der rechten Hirnhälfte werden Bilder prozessiert, die der Sportler vor Augen hat, während das Sprachzentrum aktiv unterdrückt wird. Der Klient kann das Geschehene so nicht in Worte fassen, wodurch nachfolgend eine Verarbeitung des Erlebten erschwert wird.

Entscheidend aus Sicht der Neurobiologie ist, dass ein Erlebnis die Person in ihrer inneren Welt derart überwältigt, dass das seelische und nervliche System in einen Ausnahmezustand tritt. Wird dieser hochgradige Spannungszustand nach Abschluss der Situation nicht wieder vollständig gelöst und das Erlebte verarbeitet und integriert, bleibt das Trauma in gewisser Weise als „eingefrorener Zustand“ weiter bestehen.

  1. Flashbacks (Inneres Wiedererleben von Situationen durch Schlüsselreize) . Ein Flashback (englisch, blitz(artig) zurück, sinngemäß übersetzt etwa Wiedererleben oder Nachhallerinnerung) ist generell ein Wiedererleben früherer Gefühlszustände und kann durch Schlüsselreize hervorgerufen werden. Flashbacks drängen sich dem Betroffenen auf, der sich nicht gegen die begleitenden Erinnerungen oder Gefühlszustände erwehren kann.
  2. Alpträumen
  3. Ängsten - Panikstörungen  (Angst vor der Angst)
  4. anhaltenden depressiven Verstimmungen...
  5. Aggressionen - Abwehrmechanismen sowie Vermeidungsstrategien
  6. chronischen Stresserscheinungen

Auswirkungen eines Sporttraumas

Viele Sportler haben nach einem Trauma Schwierigkeiten, wieder an Ihre Leistungen und Erfolge anzuknüpfen, d.h. in den Trainings- bzw. Spielbetrieb zurückzukehren und somit wieder ihr altes Leben aufzunehmen. Das Urvertrauen in die Sicherheit ist verletzt, es treten Ängste auf, die sich durch kleine Begebenheiten auslösen lassen. Dieses Verhalten bzw. dieses Erleben löst einen Teufelskreislauf aus, der sich häufig zeigt in körperlichen Symptomen. Dies äußert sich im Außen eher durch:

  1. Verlängerung der Heilungs- und Regenerationsphase
  2. Lange Rehabilitationszeiten und dadurch lange Arbeits- und Leistungsunfähigkeit

Folgeerscheinungen mit Teufelskreis

  1. Schlechte Trainingsleistungen
  2. Geringe Erfolgserlebnisse und somit Schlechtleistung
  3. Angst vor Wiederverletzung
  4. Unsicherheit und Verlust des Selbstvertrauens, löst Angst aus und führt zu Schlechtleistung
  5. Risiko einer Wiederverletzung steigt durch die Unsicherheit
  6. Schlechte Trainings- und Spielleistungen usw. usw. usw. bis hin zum Karriereende.