Trauma im Sport

Was ist ein Trauma im Sportbereich?

Als psychologisches, psychisches, seelisches oder mentales Trauma oder Psychotrauma (griech.: Wunde) wird die Erinnerung eines Sportlers an die Situation, eines für ihn seelisch einschneidenden Erlebnisses, bezeichnet bzw. der seelische und / oder neuerdings auch der körperliche (Hirnstrukturen) Eindruck, den das Erlebnis in der Seele des betroffenen Sportlers hinterlassen hat.

Häufig wird auch stellvertretend die traumatisierende Situation selbst als Trauma bezeichnet. Zu einer psychischen Traumatisierung kommt es, wenn das Ereignis die psychischen Belastungsgrenzen des Individuums übersteigt und nicht adäquat verarbeitet werden kann.

Unbehandelte Traumata können zu einschneidenden, sehr belastenden Folge-Erkrankungen führen, die womöglich lebenslang anhalten bzw. die Biographie eines Sportlers negativ beeinflussen. Die Auswirkungen von Traumata beeinflussen oft in starkem Maß das Leben der Sportler. Traumatisierte Sportler wechseln häufig zwischen dem Vermeiden von Erinnerungen an die seelische/körperliche Verletzung und ihre Folgen (bis hin zu Trance-ähnlichen Zuständen bzw. Dissoziationen) auf der einen sowie dem plötzlichen "Überfallenwerden" durch Erinnerungen (sogenannte Flashbacks) auf der anderen Seite. Diese treten oft in Form einzelner Bilder, Gefühle in das Bewusstsein oder bestimmte auslösende, an das Trauma (Verletzungssituation) erinnernde Faktoren ("Trigger") auf. Sie lösen Gefühle und Angstreaktionen aus, oft ohne dass der Sportler dies auf das Trauma zurückzuführen vermag.

Das traumatisierende Erlebnis (z.B. Fraktur, Bänderriss) muss in seiner körperlichen und seelischen Wirkung von einer Stärke gewesen sein, dass es einen bleibenden, nachhaltigen sowie blockierenden Eindruck bei dem betroffenen Sportler hinterlassen hat. Allerdings muss diese Stärke der Person weder im Zeitpunkt der Verletzung noch später bewusst sein.

Relevant für das psychologische, emotionale Trauma eines Sportlers sind jedoch nur die seelischen Auswirkungen seines Erlebens. Allerdings können die körperlichen Erlebnisse zusätzlich zum seelischen auch ein intensives körperliches Trauma bzw. eine Angstblockade verursacht haben. Diese Angst- bzw. Leistungsblockaden werden dann durch Trigger unbewusst ausgelöst z.B. das Grätschen eines Gegners in die Beine, anstehende Zweikämpfe (mit Rückzug), unsichere Umgebungsbedingungen (nasser Rasen) oder auch Zurufe (Buhrufe, Pfiffe) von Zuschauern.

Durch sog. Trigger ausgelösten Reaktionen können immer und zu jeder Zeit auftreten, ohne dass der Sportler darauf einen bewussten Einfluss hat. Der Trigger ist dann das Ereignis, das den Traumatisierten hauptsächlich emotional an sein Trauma erinnert und dies meist in Form von Ängsten und daraus resultierenden Blockaden.