Akute emotionale Belastungs Störung (AEBS)

Die Akute Emotionale Belastungs Störung bzw.-reaktion mit Ausprägung einer Stress Induzierten Belastungs Störung ist die Folge einer extremen emotionalen bzw. psychischen Belastung, für die der oder die Betroffene keine geeignete Bewältigungsstrategie besitzt.

Im Allgemeinen ist diese Krisensituation mit der Konfrontation mit emotionaler, kognitiver, körperlicher oder seelischen Situationen gegen sich selbst oder andere oder einer Verlustsituation verbunden.

Häufige Auslöser einer akuten Belastungsreaktion im Berufsleben sind Scheitern eines Projektes, Akutkonflikte mit Vorgesetzten die als Existenzbedrohung angesehen werden, Mobbing, Abmahnungen, Kündigungen, u.v.a.m. Im privaten Umfeld sind die Trennung von Ehepartnern, Krisen mit Kindern, plötzliche akute Erkrankungen (Herzinfarkt), eigene Unfälle bzw. verursachte Unfälle, das Erleben von Unfällen, der Tod eines Angehörigen oder das Erfahren von emotionaler oder körperlicher Gewalt.

Abhängig von der individuellen Konstitution des Betroffenen können aber auch vermeintlich weniger einschneidende Erlebnisse zu einer Akuten Belastungsreaktion führen.

Nach Abraham Maslow gehört das Bedürfnis nach Sicherheit zu den menschlichen Grundbedürfnissen. Menschen ziehen eine sichere, berechenbare, kontrollierbare Umgebung einer Umgebung vor, die gefahrvoll, unkontrollierbar und wenig berechenbar ist. Normalerweise lernt der Mensch im Laufe seiner Kindheit und Jugend, dass seine Bedürfnisse nach Sicherheit und Schutz vor Gefahren befriedigt werden – eine Ausnahme bilden hier Kinder, die von ihren Eltern vernachlässigt (auch emotional), misshandelt oder missbraucht wurden, Kinder, die in Konfliktären Umfeld aufwachsen und Kinder in ähnlichen Ausnahmesituationen.

Ein Mensch, dessen Sicherheitsbedürfnisse befriedigt wurden, kommt zu folgenden Grundüberzeugungen:

  • Die Dinge, die auf der Welt passieren, passieren aus bestimmten Gründen.
  • Die Welt ist ein sicherer Platz, die meisten Leute sind wohlmeinend.
  • Guten Leuten werden gute Dinge passieren.

Nach einem Trauma scheinen diese Grundüberzeugungen oft in Frage zu stehen. Die Welt erscheint nun feindselig, unberechenbar und chaotisch. Die Überzeugung, dass die Welt verlässlich ist, geht verloren. Symptome können sowohl direkt nach Erleben der traumatischen, emotionalen Belastung als auch mit einer Verzögerung von vielen Jahren oder Jahrzehnten auftreten.

Symptome und Ausprägungen

In der Akutphase – also im sogenannten peritraumatischen Zeitraum – ist vor allem eine Betäubung der betroffenen Person auffällig. Sie scheint wichtige Aspekte der akuten Situation nicht zu bemerken oder führt Handlungen durch, die unangebracht, wahllos, affektorientiert oder völlig sinnlos erscheinen (Bewusstseinseinengung, Wahrnehmungsstörung und Desorientiertheit). Außerdem kommen dissoziative Symptome vor, also das Gefühl, nicht man selbst zu sein oder alles wie durch einen Filter oder eine Kamera zu erleben (Depersonalisation, Derealisation).

Zumeist am eindrucksvollsten für den Außenstehenden sind die starken emotionalen Schwankungen des Menschen, der eine Akute Belastungsreaktion erlebt. Ausgeprägte Trauer kann sich innerhalb kurzer Zeit mit Wut oder Aggression oder scheinbarer Teilnahmslosigkeit abwechseln. Begleitet werden können die oben genannten Zeichen von einer vegetativen Reaktion, also von allgemeinen Stressreaktionen wie Schwitzen, Herzrasen oder Übelkeit.

In der nachfolgenden Verarbeitungsphase verändern sich die Beschwerden, nehmen normalerweise im Verlauf der Verarbeitung ab und verschwinden üblicherweise völlig. In dieser Verarbeitungsphase kommt es oft zu einem Wiedererleben (Intrusion) der Ereignisse, also dem Eindringen des Erlebten in den Alltag. Das kann in Form von Albträumen oder auch als sich aufdrängende Erinnerungen (Flashbacks) geschehen.